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23.11.2018

Arbeitslosigkeit weiter deutlich unter dem Landesschnitt

Agentur für Arbeit und Jobcenter Ludwigslust-Parchim stellen aktuelle Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes vor

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim spürbar fort. „Seit der Landkreisfusion ist die Arbeitslosenquote um mehr als ein Drittel auf zuletzt 6,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2017 gesunken. Diesen Wert werden wir im Jahr 2018 wiederum unterbieten können“, sagt Hagen Liedtke, Geschäftsführer des Jobcenters Ludwigslust-Parchim. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat und Vorsitzenden der Trägerversammlung des Jobcenters Wolfgang Schmülling  und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin, Guntram Sydow, stellte Liedtke die aktuelle Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes vor.

Die Anzahl der Arbeitslosen im Landkreis sank seit dem Jahr 2012 von 10.664 auf 6.902 im Jahr 2017 (jeweils Jahresdurchschnittswerte). Sie umfasst im Oktober 2018 6.101 Personen. Insgesamt sind 182 Personen oder 2,9 Prozent weniger Personen arbeitslos gemeldet als im Oktober des vergangenen Jahres. Gegenwärtig melden die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock die niedrigsten Arbeitslosenquoten in Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 5,4 Prozent).

Wolfgang Schmülling weist darauf hin, dass bereits im Oktober 2011 der Landkreis Ludwigslust-Parchim landesweit die niedrigste Arbeitslosenquote vermelden konnte. Es sei erfreulich, dass dies sieben Jahre später immer noch gelte.

Weiterhin gute Erfolge gab es auch beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis. Deren Anzahl beläuft sich im Oktober 2018 auf 522 Personen, davon 333 in der Grundsicherung. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 29 oder 5,2 Prozent weniger. Der Ausbildungsmarkt zeigt sich weiterhin bewerberfreundlich. Im Ausbildungsjahr vom Oktober 2017 bis September 2018 standen 1.531 gemeldeten Ausbildungsstellen 1.248 Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber. Während die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 2,6 Prozent angestiegen ist, ging die Bewerberzahl um 6,6 Prozent zurück. Etwa 212 Ausbildungsstellen blieben am Stichtag unbesetzt, 35 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Jobcenter-Geschäftsführer Liedtke, weist darauf hin, dass sich die Zahl der erwerbsfähigen Menschen im Landkreis, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II beziehen, im Zehnjahresvergleich nahezu halbiert habe. Im Jahr 2018 beläuft sich ihre Anzahl im Durchschnitt auf 10.484 Personen im Vergleich zu 29.090 Personen im Jahr 2007. Obwohl Anzahl und Anteil der Schutzsuchenden an den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten geringfügig höher ausfallen als im Vorjahr, sinkt die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten weiterhin kräftig um 1.196 Personen oder 10,6 Prozent.  Mit Stand Juli 2018 sind 791 Flüchtlinge im Jobcenter gemeldet, 68 oder 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung seit Jahresbeginn deute darauf hin, dass sich die Anzahl der Schutzsuchenden auf einem Niveau von unter 800 Personen einpendele. Gleichzeitig haben in diesem Jahr 105 Schutzsuchende eine Beschäftigung aufnehmen können, so der Geschäftsführer des Jobcenters. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin, Guntram Sydow ergänzt: „Die wachsende Zahl der Beschäftigungsaufnahmen zeigt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters durch intensive Betreuung und Aktivierung sowie sinnvolle berufsbezogene Sprachförderung die Integration von Schutzsuchenden voranbringen.“

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zuletzt um 1,5 Prozent auf 65.426 Personen angestiegen. Der Anstieg zeigt sich besonders im Handel, in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Bereich Erziehung und Unterricht. Die Entwicklung korrespondiert mit einem weiterhin hohen Bestand an offenen Arbeitsstellen (2.217 absolut). Deren Anzahl ist zum Vorjahr geringfügig um 0,5 Prozent angestiegen.

Von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt sollen Langzeitarbeitslose und langjährige SGBII-Leistungsbezieher künftig noch stärker profitieren. Im Oktober 2018 waren im Landkreis 2.074 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet, davon 1.760 im Jobcenter Ludwigslust- Parchim. 

Mit dem Teilhabechancengesetz wurde ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, das ab dem 01.01.2019 im Wesentlichen zwei neue Förderinstrumente in Form von Zuschüssen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung vorsieht. Die Förderung richtet sich an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, wenn sie Personen beschäftigen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind (§16e SGB II). Eine Förderung ist auch möglich für die Beschäftigung von Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind und seit mindestens sechs Jahren Arbeitslosengeld II (Hartz IV) nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen. Hierbei gelten erleichterte Zugangsvoraussetzungen für schwerbehinderte Menschen und Familien mit minderjährigen Kindern in der Grundsicherung (§16i SGB II). „Unkomplizierte Zugangsregelungen und die Möglichkeit, die Beschäftigten über eine begleitende Betreuung zu unterstützen, machen die neuen Instrumente attraktiv“, so Hagen Liedtke. Das Jobcenter ist derzeit mit öffentlichen und privaten Arbeitgebern über die neuen Förderinstrumente und mögliche Einsatzfelder im Gespräch. Dazu nutzte es auch in dieser Woche ein Treffen mit den Bürgermeistern und Amtsleitern des Landkreises Ludwiglust-Parchim.