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09.05.2018

Potenziale junger Menschen besser nutzen

Für einen reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf: Landkreis Ludwigslust-Parchim setzt auf Arbeitsbündnis mit Arbeitsagentur, Jobcenter, Schulamt und Kultusministerium

2018-05-09 Unterzeichnung des Kooperationsvertrags Arbeitsbündnis Jugend-Beruf
Der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling, Hagen Liedtke, Geschäftsführer des Jobcenters Ludwigslust-Parchim, Guntram Sydow, Leiter der Agentur für Arbeit Schwerin, und Gerd Jaacks, Leiter des Staatlichen Schulamtes Schwerin (v.l.) unterzeichnen den Kooperationsvertrag Arbeitsbündnis Jugend-Beruf. © Landkreis Ludwigslust-Parchim

Etwa 1600 junge Leute befinden sich derzeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim im letzten Schuljahr und suchen ihren Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Die berufliche Orientierung startet im Idealfall jedoch bereits einige Jahre zuvor. Doch auch wenn rein rechnerisch Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt gute Zukunftsperspektiven haben, finden trotz vielfältiger Aktivitäten im Rahmen der beruflichen Orientierung längst nicht alle Jugendlichen das passende Angebot. Zum Teil brechen sie vorzeitig die Ausbildung oder das Studium ab oder sie gehen dem regionalen Arbeitsmarkt verloren, weil ihnen die hiesigen Angebote nicht bekannt sind oder nicht attraktiv genug erscheinen.

Noch vor wenigen Jahren lag ein besonderer Schwerpunkt auf Jugendliche, die keinen beruflichen Anschluss nach der Schule fanden. Heute ist es wichtiger denn je, die gesamte Zielgruppe in den Blick zu nehmen. Der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling betont: „Wir können es uns schon lange nicht mehr leisten, im Rahmen der beruflichen Integration nach dem Feuerlöschprinzip zu handeln. Die Wirtschaft hat das schon lange erkannt und investiert viel Zeit und Geld in die Akquise ihres künftigen Personals. Nun müssen wir auf Verwaltungsebene nachziehen und vorhandene Strukturen ausbauen, um den Jugendlichen den bestmöglichen Übergang von der Schule in den Beruf zu ermöglichen.“

Das Arbeitsbündnis Jugend-Beruf – der Landkreis, die Agentur für Arbeit Schwerin, das Jobcenter Ludwigslust-Parchim, das Staatliches Schulamt Schwerin und das Referat für Schulaufsicht berufliche Schulen, berufliche Bildung und Fachkräftesicherung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V – setzt verstärkt auf  frühzeitige Orientierung auf dem Arbeitsmarkt, bessere Abstimmung der Angebote auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Jugendlichen, um Ausbildungs- und Studienabbrüchen vorzubeugen sowie den regionalen Arbeitsmarkt zu stärken. Hierfür bestehen jedoch noch immer Schnittstellenprobleme zwischen den verschiedenen Zuständigkeitsbereichen. Das betrifft eine mangelnde Transparenz für Jugendliche, gesetzliche Vertreter und beteiligte Institutionen und Akteure über die Unterstützungs- und Hilfsangebote, die Frage nach einer flächendeckenden Verteilung der Angebotsstruktur und einem einheitlichen Qualitätsverständnis der Partner sowie die Frage der Gleichbehandlung aller Jugendlichen im Sinne einheitlicher Startbedingungen.

Die Kooperationspartner sind sich einig, dass hierfür eine beständige Struktur der Zusammenarbeit etabliert werden muss und ein Kümmerer an neutraler Stelle erforderlich ist, um diesem Koordinierungsbedarf gerecht zu werden. Hierfür finanziert der Landkreis seit dem 16. April eine unbefristete Stelle in der Netzwerkstelle Bildung aus dem Büro für Chancengleichheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Uta Gellermann, welche bereits über langjährige Erfahrungen im Übergangsmanagement verfügt, ergänzt das Team der Netzwerkstelle Bildung als künftige Bildungskoordinatorin Jugend-Beruf und ist fortan wichtige Ansprechpartnerin für alle Jugendlichen, Institutionen und Partner des Arbeitsbündnisses Jugend-Beruf. „Durch diese Stelle können wir besser präventiv agieren und unsere Potenziale bestmöglich ausschöpfen. Im Hinblick auf die zukünftige wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche  Entwicklung unseres Landkreises hat es oberste Priorität, Jugendlichen einen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Ausbildungsweg aufzuzeigen“, ergänzt Wolfgang Schmülling.