Autor Thema: Teilziel: "Das Mobilitätsangebot ist angemessen und zugänglich für alle Bevölkerungsgruppen."  (Gelesen 1035 mal)

Admin

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Fragen an Sie:

a) Sie nutzen bereits den Rufbus: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Rufbus gesammelt und was könnte noch verbessert werden?

b) In Ihrer Region steht der Rufbus noch nicht zur Verfügung: Würden Sie den Rufbus nutzen und hätten Sie noch Vorschläge dazu?


Ausführliche Details hierzu finden Sie im Konzeptdokument. Hier können Sie den entsprechenden Auszug als PDF-Datei herunterladen und ansehen (s. Folie 20): KEK_2030_Handlungsfeld-Lebenswerte-Orte_28.06.2017.pdf

Das gesamte Konzept finden Sie hier: KEK_LUP_2030_Entwurf_Langfassung_28.06.2017.pdf
« Letzte Änderung: 29. Juni 2017, 12:35:34 von Admin »

Uwe Mergel

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Ich bin Coach beim Männercoaching der FAW in Ludwigslust, ca. 20 langzeitarbeitslose Männer betreue ich da. Die Teilnehmer wechseln. Ein großes Problem ist die fehlende Mobilität vieler auch älterer Männer, sie wohnen in ländlichen Regionen, wo die Busse besonders in den Ferien kaum fahren und auch sonst der ÖPNV gekürzt wurde. Viele Männer und Menschen können ohne eigene Mobilität kaum oder nur schwer die nächste Stadt erreichen, können so auch mögliche Bildungs- Jobangebote kaum nutzen. Wir haben und hatten im Männercoaching viele Diskussionen dazu, wie können solche Menschen dann in einem Schichtsystem in einer Firma arbeiten, wenn sie nicht zur und von der Arbeit nach Hause kommen. Das setzt sich fort in der Freizeit, viele Leute können nach Feierabend oder am Wochenende mit öffentlichen Nahverkehr kaum zu Veranstaltungen kommen oder zu Besuchen hier und da, man hat Dörfer und Orte oft abgeschnitten. Oft habe ich gehört, die Fahrpläne von Bus und Bahn sind nicht gut abgestimmt, auch das ein Problem.
So werden kurz gesagt viele Leute, die Maßnahmen der JC und der BA besuchen, danach kaum oder nicht lange in Arbeit kommen können, allein schon verkehrstechnisch begründet. Das erlebe ich beim Männercoaching sehr massiv, bei vielen Gesprächen und Diskussionen.
Meine Frau und ich haben auch erst 1992 sehr teuer bezahlt den Führerschein abgelegt- gemacht, wir wären sonst Langzeitarbeitslose und wohnen sogar in einer Stadt- in Lübz. Auch unsere beiden Söhne haben teuer ihren Führerschein gemacht und wären sonst ohne Arbeit, einer hat sogar seinen Lkw- Führerschein selber bezahlt, um endlich Arbeit zu finden.
Mobilität und Arbeit, aber auch Freizeit sind eng miteinander verbunden.
Und Energiewende, Umwelt- Klimaschutz, das geht nicht ohne ein dichtes, bequemes und preiswertes Netz des ÖPNV, dazu müssen sich Politik und Staat bekennen, auch wenn es teuer ist. Eine alternde Gesellschaft muss da endlich handeln wollen und können.

Vorwerk Huhn

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Die Bahnstrecke Güstrow–Meyenburg ist eine nord-südliche Nebenbahn in Mecklenburg und Brandenburg. Sie verbindet Güstrow und Plau am See mit Meyenburg. Der planmäßige Personenverkehr auf dieser Strecke wurde im Jahr 2000 eingestellt.

Quelle : Wikipedia

Südbahn :

Die 117 Kilometer lange Strecke verband die Kreisstadt Parchim mit dem Bahnknoten Neubrandenburg. Sie bildete die Fortsetzung der Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn und führte nach Überschreitung der Elde über Lübz und Karow nördlich der großen Seen entlang nach Waren (Müritz), benutzte dann fast sieben Kilometer der Lloydbahn Warnemünde–Güstrow–Neustrelitz bis Kargow und zweigte schließlich nach Osten über Penzlin nach Neubrandenburg ab.

Quelle : Wikipedia

Wohin soll der Rufbus denn Fahrgäste mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen oder Fahrrad eigentlich  bringen ?
« Letzte Änderung: 16. Juli 2017, 21:01:40 von Vorwerk Huhn »

Uwe Mergel

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Teilnehmer am Männercoaching in Ludwigslust haben mir berichtet, es war oft nicht einfach, den Rufbus zu bestellen, einige sind daran fast verzweifelt. Dann hielt der Rufbus die vereinbarten Zeiten oft nicht ein, musste ja längs und quer bei Bedarf fahren, um die Leute abzuholen. Manche Orte waren auch mit Rufbus nicht verbunden, nicht erreichbar, habe ich gehört. Das Wort hat manche schon zum Schmunzeln gebracht, Rufbus, ...da stellten sich manche noch mehr vor. Ich brauche einen Bus und rufe ihn (an), so in etwa. Aber so was war ja nie geplant. Vielleicht sollten die Bürgermeister der kleinen Orte und Gemeinden, aber auch der Städte ihre mündigen Bürger fragen, wann und zu welchen Zeiten werden Busse auch in den Ferien benötigt, an Wochenenden, um den Bedarf vorher besser klären zu können. Auch mögliche Arbeitgeber und Träger von Maßnahmen der Jobcenter und Agentur für Arbeit sollten sich dieses leidigen und ernsten Themas annehmen. Auch Erholungseinrichtungen, Badestellenbetreiber, Hotels. Pensionen u.a. sollten daran mitwirken.

suedschwede

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Ein angemessenes Mobilitätsangebot setzt voraus, daß Bürger ihre Arbeit mit öffentlichem Verkehrssystem erreichen können. Es muß daher ausreichende Angebote geben, die es mindestens zu normalen Tagesarbeitszeiten ermöglichen Arbeitsplätze in Grund- Mittel, Oberzentren zu erreichen. Fahrzeiten und Preise müssen dabei mit heutigen Kosten für KfZ-Anreise konkurieren können. Da insbesondere die konservativen Parteien und die FDP die Privatisierung und Mautsysteme für Straßenbenutzung vorantreiben, muß es für unsere Bürger in einem Landkreis mit langen Wegen Alternativen geben.
Um bei den Fahrzeiten konkurenzfähig zu werden müssen zumindest alle derzeit vorhandenen Schienenwege für den Personenverkehr reaktiviert werden und mit Zubringerverkehr bedient werden. Für die Bürger des Landkreises sind auch die Anbindungen zu den Mittelzentren Güstrow und Waren, sowie das Oberzentrum Rostock wichtig. Insbesondere im Osten des Landkreises ist eine Anbindung an Berlin ähnlich wichtig, wie die Anbindung an Hamburg. Somit müssen auch grenzüberschreitende Lösungen mit Anbindung an den VBB  geschaffen werden.

Uwe Mergel

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Der Beitrag von Hr./ Fr. Suedschwede ist sehr gut. Unser Landkreis hat ja eine strategische Bedeutung mit dem Flugplatz Parchim und der Lage fast in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg. Fast 6 Millionen Menschen oder mehr leben dicht um uns herum, wollen vielleicht bequem mit Bus und Bahn unsere herrliche Gegend kennen lernen. Das macht unsere Region bekannt. Auch internationale Gäste sollen ja immer mehr hier angezogen werden. Das geht nur, wenn man Bahn und Bus wieder voll öffnet, wie vorher fahren lässt und sogar mehr zusätzliche Angebote den Einheimischen und den Touristen gegenüber macht. Das gilt auch besonders noch für die Ferienzeiten. Hier besteht fast nur Nachholbedarf.

Morgen

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Hallo, habe gerademit einer Gruppe junger Erwachsener, allesamt Abiturienten und auf dem Sprung diskutiert. Hier einige Überlegungen:
Das Mobilitätsangebot ist unzureichend und einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtet. Schulbesuch mit langen Fahrzeiten und Warteschleifen, Freunde besuchen, zum Sport, Kultur u.a. setzt ein Auto voraus und Eltern die fahren. Ältere Menschen ohne Auto sitzen auf ihren Dörfern fest, Berufspendler haben kaum eine Chance auf ein Auto zu verzichten. Nach Berlin oder Hamburg (eigentlich vor der Tür) Zubringer mit Auto, umsteigen, lange Wege! Umgekehrt genauso.
Hier wäre ein wirklich nachhaltiges und innovatives Konzept notwendig. Das könnte die Region wirklich voranbringen.
Der Rufbus?! Echt kompliziert, wer soll das kapieren? Und dann fahren die Hauptlinien auch nicht öfter. Und billig ist es auch nicht.
Hier brauchen wir ein öffentlich gefördertes Konzept, vielleicht könnte auch jeder Bürger monatlich mit z.B. 1€ einen Beitrag für die allgemeine Mobilität leisten, kleinere Fahrzeuge, häufigere Frequenz vielleicht auch mit einem eingängigeren Rufbuskonzept, alte Bahnlinien wiederbeleben und finanzieren und eine Jahreskarte für alle Bürger gratis mit Spendenoption für die die mehr geben können. Das wäre mal ein Gemeinschaftsprojekt das innovativ Land und Leute mobil machen könnte, dazu die Lebensqualität verbessert, Zugang zu Arbeit , Schule, Kultur und Freizeitangeboten verbessert, Firmen einen Standortvorteile verschafft und zudem vielen Menschen aus den nahen Metropolen Berlin und Hamburg auch ohne Auto eine leicht Anreise und ein Fortkommen in der Region ermöglichen würde (die könneten ja auch etwas zahlen) Übrigens in Waren sind die Züge von und nach Berlin gut gebucht.
In jedem Fall wäre eine Weiterentwicklung des öffentlichen Nah-und Fernverkehrs dringend geboten.

Uwe Mergel

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Hr./ Fr. Morgen, das passt gut zum Thema, Energiewende, Klima- Umweltschutz, dazu auch Bequemlichkeit, ohne einen gut ausgebauten und koordinierten ÖPNV kann man alles andere faktisch vergessen. Das kostet viel Geld, aber wer das eine auch politisch will, muss das eben auch subventionieren oder bezahlbar halten. Das Wohl und Werden einer gerade ländlich strukturschwachen Region und seiner Menschen in allen Altersgruppen hängt eben jetzt und noch mehr künftig an der Qualität und den Leistungen, auch der Dichte des ÖPNV.

suedschwede

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Antwort zu Vorwerk Huhn vom 16.7.

Antwort zu Vorwerk Huhn

Dem östlichen Teil des Landkreises fehlt die Bahnstrecke Güstrow-Meyenburg zu seiner Entwicklung. Diese Strecke war und wäre die Anbindung der Region an das Mittelzentrum Güstrow und das Oberzentrum Rostock, sowie an Berlin (VBB Anschluss Prignitz-Express in Pritzwalk). Besonders für viele Pendler und Studierende wäre das "die" Verbindung. Der Ersatzbus 735 konnte die Aufgaben eines überregionalen Verkehrs systembedingt nie übernehmen und fristet als Dorfanbinder ein fahrgastarmes Dasein. Nach Übernahme der Strecke durch die regionale Prignitzer Eisenbahn in den letzten Betriebsjahren blühten die Fahrgastzahlen auf (zweistelliges Wachstum). Das kleine Regionalunternehmen bot Verbindungen die die Kunden brauchten zu angemessenen Preisen. Hier zeigte sich, was geht, wenn man etwas in die Hände eines Unternehmens legt, was den Erfolg will. Das war bei der Bahn nicht der Fall. Vielleicht war die Entwicklung der Strecke bei den "Prignitzer" zu erfolgreich und paßte nicht in die Abwicklungsstrategie des Landes.
Besonders Plau ist durch das Fehlen seines Bahnanschlusses in der Entwicklung gehemmt. Nach Auskunft der Plauer Touristinformation fragen die Hälfte aller Interessenten auf Messen nach der Erreichbarkeit per Bahn. Die gibt es nicht. In Deutschland boomt der Fahrradtourismus. Die Anreise erfolgt meist mit der Bahn. Das funktioniert im Osten des Landkreises, wo der touristische Schwerpunkt im Kreis liegt nicht.
Die zwei Kliniken sind die größten Arbeitgeber in der Region. Auch sie leiden, da Reha-Patienten bei der Klinikwahl oft auch die Erreichbarkeit als wichtiges Kriterium nehmen. Wenn Verwandte sie in den Wochen der Reha ohne Auto nicht besuchen können, fällt so eine Klinik aus.
Hier braucht es zur Entwicklung des östlichen Landkreises endlich wieder eine durchgehende Verbindung und Anschluss zu den Knoten in Güstrow und Pritzwalk.


suedbahn

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Die Bürgerinitiative Pro Schiene Hagenow - Neustrelitz (BI Südbahn) äußert sich wie folgt zum Teilziel:

Bei der Forderung nach Wiederinbetriebnahme der Südbahn zwischen Parchim und Malchow geht es um  Berufs- und Ausbildungspendler, die Einwohner in der Region, die mit der Bahn von Ludwigslust und Waren (Müritz) in Richtung Berlin, Hamburg und Rostock und von Parchim in Richtung Schwerin kommen möchten.
Ein wichtiges Verkehrsangebot für Touristen durch die Bahn wird die Nachfrage nach touristischen Angeboten und Bekanntheit unserer Region verbessern.
Ziel ist also die kostengünstige Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen Parchim und Malchow im Rahmen eines Integrierten Verkehrskonzepts unter Trägerschaft der Kreise, bzw. der Gründung eines Zweckverbandes.
Der Bahnverkehr der Südbahn auf den Abschnitten LWL-Parchim sowie Waren-Malchow macht ohne die Verbindung Malchow-Parchim keinen Sinn. Die Fahrgastzahlen der Südbahn müssen perspektivisch durch die Reaktivierung der Verbindung Güstrow - Pritzwalk gestärkt werden. 

Die Buslinie 77 bedient zwar die Erreichbarkeit zwischen Parchim-Lübz und Plau, bleibt als überregionale Linie Richtung Malchow weit hinter ihren Erwartungen zurück. Bus 77 erreicht bei weitem nicht die Fahrgastzahlen der Bahn, insb. auf dem Teilstück Lübz - Parchim. Während die Bahn von Lübz nach  Parchim 14 Minuten braucht, ist man mit dem Bus knapp eine halbe Stunde unterwegs. Für den Tourismus hat sich das Angebot nur sehr punktuell bewährt. Der Fahrradtourismus in Kombination mit dem ÖPNV ist zum Erliegen gekommen. Der Rückgang an Fahrgästen mit besonderen Mobilitätsbedarfen (Behinderung, Kinderwagen, Rollatoren) ist eklatant. Der Bus 77 ist für 5 Jahre vertraglich zwischen Land und Landkreis/VLP disponiert. Also bis Dezember 2019. Er wird aus Regionalisierungsmitteln finanziert: 659.000 Euro jährlich.

Die Rahmenbedingungen ändern sich zugunsten einer aktiven Bahnpolitik. Es stehen deutlich mehr Regionalisierungsmittel als angenommen zur Verfügung. Auch wurden Rücklagen gebildet, deren Verwendungszweck nicht klar ist.  Dieselskandal und die drängende bessere Verknüpfung zwischen Verkehrs- und Klimapolitik erfordern auch für den so genannten ländlichen Raum Innovationen in der Verkehrspolitik.

Das zwischen der Landkreisverwaltung Mecklenburgische Seenplatte und dem Verkehrsministerium vereinbarte Modell eröffnet schlagartig neue Perspektiven für den gesamten Verlauf der Südbahn.

Die Eckpunkte der Einigung für den Streckenabschnitt Waren – Malchow

(1)   Positive Erfahrungen Kleinseenbahn zwischen Neustrelitz und Mirow.
o   Trägerschaft Landkreis, positive Fahrgastentwicklung, verlässlicher Betreiber durch regionales Unternehmen, Infrastruktur ebenfalls regionales Unternehmen
(2)   Trägerschaft für Strecke Waren – Malchow
o   Landkreis
Dazu wird ein Finanzierungsvertrag und Vertrag zur Aufgabenübertragung an den Landkreis zwischen Landkreis und Land abgeschlossen.
(3)   Finanzierung
o   Land vollumfänglich: jährlich 650.000 Euro vom ersten bis zum dritten Jahr/ 420.00 Euro vom vierten bis zum zehnten Jahr
o   Land: Investitionszuschuss 2 Mio.Euro
o   Nettofinanzierung bei Fahrgasteinnahmen
o   Keine Finanzierung aus Kreismitteln
(4)   Laufzeit
o   10 Jahre
(5)   Integriertes Verkehrskonzept
o   Schrittweise Entwicklung einer präzisen Bus – Bahn Arbeitsteilung
   Vermeidung von Parallelverkehr
Schülerverkehr auf die Schiene, wo möglich
 
Die Verhandlungsstrategie der Landkreisverwaltung LUP mit der Landesregierung zum Erhalt der Südbahn bedarf einer grundsätzlichen Revision. Während die Mecklenburgische Seenplatte insgesamt 6.890.000 Euro zum Betrieb der Südbahn für die kommenden 10 Jahren sichern konnte, gelang es Landrat Christiansen lediglich 150.000 Euro im Jahr für die Finanzierung des Rufbusses sicherzustellen und dies auch nur für 3 Jahre.

10. Punkte,
damit die Südbahn zwischen Parchim und Malchow wieder fährt.
1.   Wiedereinführung des planmäßigen Verkehrs auf den Strecken der Südbahn
o   zwischen Parchim und Malchow
o   ad hoc Anbindung Parchim – Lübz (höchste Nachfrage auf der Gesamtstrecke vor Schließung) 
o   perspektivisch Güstrow-Pritzwalk
o   perspektivisch Zarrentin
2.   Sofortige Sicherung der Schieneninfrastruktur zwischen Parchim und Malchow über Abschluss eines Trassensicherungsvertrages mit dem  jetzigen Eigentümer/Betreiber
3.   Potentialanalyse auf der Grundlage von geeinigten Prämissen für die Strecken Parchim – Malchow und Güstrow - Pritzwalk durchführen. (Potentiale: Metropolregion Hamburg und Berlin, Pendler, Tourismus)
4.   Entwicklung eines kreisübergreifenden integrierten Verkehrskonzepts unter Trägerschaft der Kreise, bzw. der Gründung eines Zweckverbandes. 
5.   Vollumfängliche Finanzierung des Bahnverkehrs und der Investitionskosten durch das Land inkl. Planungssicherheit analog zum Südbahn - Modell Mecklenburgische Seenplatte.
6.   Reaktivierung durch Fahrten analog zum Südbahn Saisonverkehr 2017 (Pro Bahn und Bürgerinitiative)
o   Stufe A : Ganzjährig touristisch orientierter Verkehr an Wochenenden, Feiertagen sowie an ausgewählten Tagen in der Woche zu Ferienzeiten. Anzustreben sind 4 bis 5 Zugpaare je Richtung und Strecke. Die Fahrten müssen sich an den Fahrzeiten des Zubingerverkehrs an den Knoten in Pritzwalk, Güstrow, Karow, Ludwigslust / Parchim und Waren orientieren. Omnibusfahrten parallel bzw. zeitgleich zur Bahn sind einzustellen. Busse können in Tagesrandlagen unterstützend den Bahnverkehr untermauern.
o   Stufe B  : Schaffung eines Nahverkehrsmodells zur gemeinsamen Stärkung des Bahn- und Omnibusverkehrs . Hierbei wird ein bedarfsgerechter täglicher SPNV auf beiden Strecken angestrebt, der durch einen entsprechenden Omnibusdienst ergänzt wird. Die Omnibusse werden auf den Bahnfahrplan abgestimmt, wobei die Bahnhöfe zur Nahverkehrsdrehscheibe ausgebaut werden.
7.   Die Rufbusse werden ausnahmslos wo möglich auf die Bahnanschlüsse ausgerichtet. Parallelverkehr Schiene / Straße zugunsten der Schiene abgebaut. Schülerverkehre verstärkt auf die Bahn verlagern.
8.   Potentiale entwickeln – Fahrgastzahlen steigern
o   Marketing ÖPNV: Die Angebote von Bahn und Bus werden professionell beworben. Dies schließt touristische Verkehre und Veranstaltungen ein.
o   Öffentlicher Dienst und Schulen: Verwaltungspersonal wird gezielt zur Nutzung von Bahn und Bus für Fahrten im Landkreis aufgerufen. Schulen erhalten für Ausflüge sowohl für Bus- wie Bahnfahrten Sonderrabatte.
9.   Unrentable kleinere Halte an der Schiene werden zugunsten einer schnellen Bahnverbindung geschlossen und durch Rufbusse ersetzt, die zu den einzelnen Zügen entsprechende Anschlüsse bieten. Bei wenig frequentierten Fahrten können alternativ Busse fahren, die trotzdem entsprechende Anschlüsse bieten.   
10.   Aufnahme von Verhandlungen zwischen LK LUP und Land zur schrittweisen Reaktivierung der Südbahn zwischen Parchim und Malchow. Transparente Klärung der Verhandlungsziele und Beteiligung von ausgewiesenen Fachleuten, die nicht der LK Verwaltung angehören.
« Letzte Änderung: 30. Juli 2017, 14:01:14 von suedbahn »

Uwe Mergel

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Südbahn und Bus, auch andere Verkehrsmittel müssen bis 2030 bestens koordiniert und abgestimmt die Region beleben, fahren in dichtem Takt, Menschen kommen zu jeder zeit ohne eigene Mobilität gut und bequem zu allen Orten und Sehenswürdigkeiten in der Region und überregional. Energiewende kann nur so auch im Landkreis wirklich mit Leben erfüllt werden. Viele Firmen werden die Südbahnstrecke und auch das Blaue band, die Elde- Müritz- Wasserstraße wieder nutzen, damit auch die Straßen entlasten.
Man wird 2030 mit Blick auf die Geschichte darüber lachen und staunen, wie man damals mal viele ÖPNV- Strecken und Angebote eingestellt und stillgelegt hat, man wird es kaum fassen können.
Unser Landkreis, egal, wie der nachher mal bezeichnet wird, ist die lebendige Mitte zwischen Berlin und Hamburg, daran haben Südbahn und ÖPNV einen bedeutenden Anteil.

Amt PU

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Der Rufbus ist eine tolle Idee. Eine Erweiterung in unsere Region wäre wünschenswert...

Radweg L08

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Lebenswerte Orte versus Interesse der hier Lebenden

Ein lebenswerter Ort ist gegeben, wenn unter anderem die Infrastruktur geschaffen oder erhalten wird, welche im Interesse der hier lebenden Menschen steht.

Leider verschieben sich die Interessen vom Konzept zur Realisierung mitunter, wie das Beispiel des gestrichenen Radweges an der Landstraße L08 zeigt.

Auch hier gibt es ein Konzept. Die Linienplanung als straßenbegleitender Radweg entlang der L08 existiert bereits seit 2012. Ebenso ist mit der Prognose von 3.600 DTV die Überschreitung der duchschnittlichen täglichen Verkehrsbelastung von 2.500 gegeben und damit wird die Richtlinie des Ministeriums der Trennung von Fahrbahn und Radweg ab 2.500 DTV zukünftig  erfüllt. Verkehrszählungen während der Bauphase an der Brücke über die künftige A 14 zeigen einen monatlichen Anstieg von 50 Fahrzeugen pro Monat. Doch der zu geringe Querschnitt dieser Brücke erlaubt keinen Radweg und stellt somit die Weichen für dessen Streichnung. Der Fehler wurde aufgezeigt und auch der Landkreis wandte sich diesbezüglich mit einem Dringlichkeitsschreiben an das Land.

Und das Wichtigste: Fast 2.500 hier lebende Menschen erklärten mit Ihrer Unterschrift die Notwendigkeit dieses Radweges.

Doch trotz aller Bemühungen und des nachgewiesenen Verkehrsanstiegs spricht man seitens des Ministeriums von einem Rückgang und begründet somit die Streichung des Radwegs. Petitionsausschuss und Landtag folgten dem Ministerium ungeachtet der Erklärungen. So führten angepasste Terminlegungen und zeitnaher Brückenbau zu nicht mehr korrigierbaren Tatsachen. Die Brücke ist stillschweigend für den Verkehr frei gegeben worden. Erst nach Fertigstellung entschied der Landtag über diesen Fall.
Es wurde zu Ungunsten des Radweges entschieden, eine andere Möglichkeit gab es auch nicht mehr.


Wenn, wie in diesem beschriebenen Fall, das öffentliche Interesse so deutlich aufgezeigt wird und es trotzdem nicht von Bedeutung ist, darf es niemanden verwundern, wenn sich die Chancen gebende A 14 als Gelegenheit für zukünftige Generationen erweist, diese Region zu verlassen.

Für die Zukunft wünsche ich dem Landkreis, dass die hier lebenden Menschen und deren Interessen wieder in den Fokus, insbesondere für nachhaltige Entscheidungen gelangen. Das KEK2030 kann dazu beitragen.

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